|
|
DIE GEMEINSCHAFT DER EUROPÄISCHEN KULTURINSTITUTE IN BERLIN / EUNIC Berlin
Nicht zuletzt der Erfolg des gemeinsam gestalteten Rahmenprogramms „Klassik heute“ zur Ausstellung „Griechische Klassik: Idee und Wirklichkeit“ (gezeigt 2002 im Martin-Gropius-Bau, Berlin) stärkte bei vielen Leitern der in Berlin vertretenen Kulturinstitute europäischer Staaten eine lang gewachsene Überzeugung: Neben der Vertretung der nationalen Kulturen wäre eine Ebene vonnöten, die der Idee des vereinten Europas einen praktischen kulturellen Beitrag verleihen könnte und zugleich das Potential der jeweiligen Institute bündeln würde, um durch gemeinsame Initiativen eine stärkere Position zu gewinnen.
Den ersten Ansatz brachte 2002 die Gründung eines Arbeitskreises, der sich 2003 zur „Gemeinschaft der europäischen Kulturinstitute in Berlin“ konstituierte.
Diese Gemeinschaft umfasste bald 14 Mitgliedsinstitute sowie Vertreter der Kulturabteilungen von Botschaften, aber auch assoziierte Mitglieder wie den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) oder das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa). Die Euphorie der Gründung und die freundschaftliche Atmosphäre bei der Kooperation der Vertreter der Berliner Kulturinstitute trug zur gedeihlichen Durchführung der ersten Gemeinschaftsveranstaltung bei: Im Mai 2003 wurde im Auswärtigen Amt ein eintägiges Symposium zur europäischen Perspektive der Kulturpolitik abgehalten - eine Veranstaltung, die ein offizieller Gast zwischen Scherz und Ernst als „nobelpreiswürdig“ bezeichnete. Der Preis kam nicht, dafür kam mehr Arbeit: Im Oktober 2004 folgte ein vierzehntägiges Festival zum Kulturerbe der Sinti und Roma in den europäischen Ländern. Schließlich widmete sich die Gemeinschaft im Oktober 2005 der gemeinsamen europäischen Geschichte und veranstaltete im Martin-Gropius-Bau ein zweitägiges Symposium zum Thema „Europa erzählt Geschichte - Stimmen dreier Generationen“. 2006 und 2007 präsentier(t)en sich die europäischen Kulturinstitute mit einem groß angelegten „Tag der offenen Türen“ der Berliner Öffentlichkeit.
Der spezielle Erfolg und das reizvolle Profil der Gemeinschaft sind jedoch stärker auf die Interpretation ihrer ideellen Dimension zurückzuführen: Presse wie Publikum, aber auch ranghohe Vertreter aus Landes- und Kulturpolitik werten das Ergebnis der Kooperation der europäischen Kulturinstitute als Produkt des europäischen Geistes, der sich in Richtung einer gemeinsamen europäischen kulturellen Identität entwickelt und über nationale Grenzen hinwegsetzt. Insofern ergänzt die Gemeinschaft der europäischen Kulturinstitute in Berlin die Identität der Kulturinstitute der einzelnen Länder, indem sie der jeweiligen nationalen Kulturtradition die erforderliche Prise europäischen Internationalismus hinzufügt.
Die Gemeinschaft versteht sich als Spiegelbild des großen Europa im kleineren Maßstab und strebt danach, die unterschiedlichsten europäischen Kulturtraditionen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, ohne jedoch die einzelnen nationalen Befindlichkeiten und historisch bedingten Entwicklungen ausblenden zu wollen. Im Mittelpunkt steht die Hoffnung, das Teilende überwinden zu können und sich abseits der Tagespolitik auf die gemeinsamen europäischen Wurzeln zu besinnen. Die europäische Kulturvielfalt gründet sich auf einem stabilen Fundament - einer gemeinsamen Geschichte, Tradition und einem gemeinsamen Kulturerbe.
Die Gemeinschaft der europäischen Kulturinstitute in Berlin ist auf praktische Tätigkeit ausgerichtet, ohne sich eine bürokratisch institutionelle Form aufzusetzen, in der Überzeugung, es gehe darum, die vorhandenen europäischen Strukturen und Spielräume in Anspruch zu nehmen und auf gemeinschaftlicher Basis mit prägenden Projekten an die Öffentlichkeit zu treten.
MITGLIEDER der EUNIC Berlin >>>
|
|