Die „Drachensteine“ im armenischen Hochgebirge

30.10.2020
19.00 Uhr

Eine Science Café-Veranstaltung des Italienischen Kulturinstituts Berlin und des Slowakischen Instituts Berlin in Zusammenarbeit mit EUNIC Berlin

Den Link zu der Zoom-Veranstaltung finden Sie auf der Homepage des Italienischen Kulturinstituts:

www.iicberlino.esteri.it

oder auf der facebook-Seite des Slowakischen Instituts

www.facebook.com/institut.berlin.

Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt

Science Café ist eine neue Reihe der Gemeinschaft der Europäischen Kulturinstitute EUNIC Berlin, bei der junge Wissenschaftler ihre Forschungsprojekte vor einem Laienpublikum vorstellen. Es sprechen jeweils Wissenschaftler, die von einem Kulturinstitut eingeladen sind, im Kulturinstitut eines anderen Landes. In unserem Fall spricht ein italienisch-slowakisches Paar über die rätselhaften, Jahrtausende alten „Drachensteine“ im armenischen Hochgebirge.

Die Berge Armeniens sind für die vielen malerischen frühchristlichen Kirchen, die an steilen Hängen und in versteckten Täler eingenistet sind, weltweit bekannt. Wenige Menschen wissen jedoch, dass diese raue Landschaft schon Jahrtausende vor Christi Geburt zur Wiege einer außergewöhnlichen Monumentalkunst wurde, von der heute zahlreiche beeindruckende und zugleich rätselhafte Zeugnisse übrig sind. Es handelt sich um die sogenannten „Drachensteine“, monumentale Basaltstelen, die vor mindestens 4000 Jahren auf Sommerweiden um 3000 Meter über dem Meeresniveau errichtet wurden. Die Stelen, die über fünf Meter hoch sein können, stellen hauptsächlich drei Tierfiguren dar: Riesenfische, Widder und Kraniche. Alessandra Gilibert und Pavol Hnila haben zusammen mit ihrem armenischen Kooperationspartner Arsen Bobokhyan die Stelen wiederentdeckt, mehr als hundert davon lokalisiert und einige zum ersten Mal wissenschaftlich ausgegraben. Das italienisch-slowakische Archäologenehepaar wird präsentieren, wie sie diese Kunstwerke überhaupt datieren konnten und wie sie ihre ursprüngliche Bedeutung und Funktion rekonstruieren. Nach dem die Stelen mit einem beträchtlichen Kollektiveinsatz erst entstanden sind, hat sich ihre Wahrnehmung im Laufe der Jahrtausende mehrmals verändert. Die Menschen haben sich immer wieder mit den wandelnden Bedeutungen auseinandergesetzt. Letztendlich wurden somit die stummen Steine zum Archiv, das über die frühe Geschichte der Menschheit spricht.

Prof. Dr. Alessandra Gilibert ist Professorin an der Universität Ca’ Foscari in Venedig. Sie ist spezialisiert auf alten Vorderen Orient. Ihre jetzigen Projekte umfassen Syrien, Libanon, Irak und Armenien.

Dr. Pavol Hnila ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freien Universität Berlin. Er beschäftigt sich mit der Archäologie Anatoliens, des Kaukasus, des östlichen Mittelmeerraums und Balkans.

30.10.2020
19.00 Uhr

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